Mo 17.04. 18 00
  • ANTIGONE | Isabel Will | Thomas Häntzschel
  • ANTIGONE | Isabel Will und Ulf Perthel | Thomas Häntzschel
  • ANTIGONE | Isabel Will | Thomas Häntzschel
Antigone
Sophokles / Deutsch von Simon Werle / Eine Koproduktion mit der Hochschule für Musik und Theater Rostock
  • RegieKai Festersen
    AusstattungFranziska Just
    DramaturgieMartin Stefke
  • AntigoneIsabel Will*
    IsmeneGina Markowitsch*
    KreonUlf Perthel
    Wächter / BoteMarkus Paul*
    Haimon / TeiresiasValentino Dalle Mura*
    ChorGina Markowitsch*, Isabel Will*, Valentino Dalle Mura*, Markus Paul*, Ulf Perthel
    * Studierende des 2. Studienjahres Schauspiel an der HMT Rostock
17.04. 18 00
Ateliertheater
Seit Hegel stehen die Sympathien fest: Antigone, weiblich, jung, moralisch integer – Kreon, männlich, alt, ein Macht versessener Diktator. Ist dem wirklich so? – Fiel Kreon die Macht nicht wider Willen zu, da beide Anwärter auf den Thron im Kampf um denselben starben? Wie viel Aggression erwächst aus Kreons Angst, aus der Unsicherheit eines Mannes, den die Königswürde drückt?
Nach dem vermeintlichen Erfolg im Krieg schlägt der Kampf gegen den äußeren Feind in einen Kampf im Innern um: Die Kommunikation der "Sieger" untereinander gerät zum bloßen Abfeuern von Meinungen. Sprechen wird wichtiger als Hören. Recht haben scheint bedeutsamer als im Recht sein und Recht geben.
Kai Festersens Interpretation der antiken Geschichte Antigones, die ihren Bruder trotz Kreons Verbot bestattet, untersucht ausgehend von der These des kanadischen Philosophen und Medienkritikers Marshall McLuhan, nach der moralische Entrüstung die Standardstrategie der Idioten sei, um sich Würde zu verleihen, die Kommunikationsstrategien der gegnerischen Parteien. Dabei geht es Festersen weder um Moral noch um Recht, sondern um die Frage, wie Kommunikation über ein Problem heute geführt wird. Wie kann man miteinander reden, wenn es nur noch um die Bestätigung der eigenen Weltsicht geht, wie Fehler zugeben, Positionen verändern, wenn man stets fürchtet, "das Gesicht zu verlieren"?
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