Jenseits der blauen Grenze
Nach Dorit Linke / Uraufführung / Ab 15 Jahren
    Ateliertheater
    Sommer 1989 in Rostock: Zwei Jugendliche wollen fetzige Musik hören, Kritik üben und ihre Meinung vertreten. Aber die Staatsmacht hat andere Pläne mit ihnen. Für Hanna, die Leistungsschwimmerin, bedeutet das: weder Abitur noch Sportlerkarriere. Und Andreas soll im Jugendwerkhof "sozialistisch umerzogen" werden. Doch er weiß einen Ausweg: die Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen den Kühlungsborner Strand von der BRD-Küste. In Neoprenanzügen, versichert er Hanna, ist das zu schaffen. Und dann, nach einigen Vorbereitungen, schwimmen sie, umgeben von Kälte und Dunkelheit, und kämpfen gegen die Angst an, kämpfen mit Erschöpfung, Muskelkrämpfen, Hunger, Atemnot und Sturmböen. Während Rückblenden all jene Ereignisse rekapitulieren, die zu der Entscheidung, das Land zu verlassen, geführt
    haben. Die Rostocker Autorin Dorit Linke schildert in ihrem – für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominierten – Roman die Flüchtlingsnot ihrer Protagonisten ebenso genau wie den reglementierten Alltag der Heranwachsenden ihrer Generation und hält dabei die Spannung bis zum letzten Wort.
    Angelika Zacek inszeniert im Ateliertheater mit dem dramatischen Einblick in die jüngere deutsche Vergangenheit ein Stück DDR-Geschichte, das daran erinnert, mit wie viel Hoffnung Menschen alles zurücklassen und sich in Gefahr begeben, um in Freiheit zu leben.