• HAVE A LOOK III | Dorit Gätjen
  • HAVE A LOOK III | Dorit Gätjen
Have a look III - Bach & Beats
Tanztheateruraufführung mit Choreografien der Tänzerinnen und Tänzer
  • GesamtleitungKatja Taranu
    ChoreografieDie Tänzerinnen und Tänzer der Tanzcompagnie
    Bühne und KostümeStephan Fernau
    Musikalische NeuarrangementsJan Paul Werge
    Künstlerische AssistenzNatalie Brockmann, Daniele Varallo
  • Es tanztTanzcompagnie des Volkstheaters Rostock
Ballettsaal
Klassik trifft Moderne

Alle Inszenierungen der HAVE A LOOK-Reihe unterliegen einer bestimmten Thematik. Dieses Mal ist der Ausgangs- und Anknüpfungspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung allein die Musik eines genialischen Künstlers. Max Reger bezeichnete sie als „Anfang und Ende aller Musik“. Mit den Werken Johann Sebastian Bachs und den musikalischen Interpretationen von Jan Paul Werge haben sich die ChoreografInnen der Tanzcompagnie zum wiederholten Mal auf eine tänzerische Suche begeben. Dabei wurde der Künstler und Musiker Bach als Person nicht erörtert, sondern nur die Thematik erfasst. Die Sinnlichkeit seiner Musik wirkte auf die Tänzerinnen und Tänzer in ihrer Funktion als Choreograf.

Alle acht ChoreografInnen haben ein eigenes, sehr persönliches Erzählmuster. Vor allem haben sie sich jedoch auf ihr ureigenstes Gefühl zur Bachschen Musik verlassen. Der Eine hat einfach angefangen sich zu bewegen, der Andere hatte sofort Gedanken oder sogar einen konkreten Plan dazu. Wäre das Gleiche auch zu anderer Musik entstanden? Die Kraft der Inszenierung entspringt aus der Musik, den damit verbundenen Bewegungsabläufen und -stationen. Was ist die Macht der Klänge? Musik kann unter anderem Schmerzen lindern, Erinnerungen wachrufen, psychische Barrieren überwinden und Kommunikation ermöglichen. Melodien, Harmonien und Rhythmik können uns berühren oder kalt lassen. Die Musik bedient uralte Mechanismen unserer Psyche und spielt dabei auf der Klaviatur der menschlichen Motivation. Bach führt manchen zurück in die Kindheit mit deren Erinnerungen, den anderen an einen Kriegsschauplatz, an dem er hoffentlich nie sein wird. Bach bringt den Einen zu Personen, die Leben beeinflusst haben, den Anderen auf einen Weg, den er nie nehmen wird. Bachs Biografie mit seinen Schaffens- und Identitätskrisen ist anregende Inspiration. Seine Musik ist geistlich für einige, ist pure Mathematik für andere, sie bietet aber auch das angenehme Gefühl der Sicherheit, des Vertrauens, der Liebe sowie des Friedens.

Extrem interessant sind, wie bisher in jeder Inszenierung von HAVE A LOOK, vor allem aber die unterschiedlichen Bewegungssprachen und Ausdrucksformen von jedem der einzelnen ChoreografInnen.

Darum soll es, in Ergänzung des Zitats von Albert Einstein, heißen: „Was ich zu Bachs Lebenswerk zu sagen habe: Hören, spielen, lieben, verehren und – das Maul halten!“ Und neugierig zusehen.

Die Komponisten

Johann Sebastian Bach wird 1685 in Eisenach als Sohn eines Stadtmusikers in eine weitverzweigte Musikerfamilie hineingeboren. Nach dem Besuch der Michaelis-Klosterschule in Lüneburg ist er 1703 Lakai und Violinist am Hofe von Herzog Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Bereits nach wenigen Monaten verlässt er Weimar, um in Arnstadt das Organistenamt anzunehmen. Erste Orgelkompositionen erscheinen. Ab 1707 ist er Organist in Mühlhausen. Im Juni 1708 reicht Bach sein Entlassungsgesuch ein, um sich bei Herzog Wilhelm Ernst zu verdingen. 1714 steigt er zum Konzertmeister in Weimar auf – sein Ruf als Orgelvirtuose verbreitet sich rasch. Im August 1717 wird Bach von Fürst Leopold zum Hofkapellmeister an dessen Hofe in Anhalt-Köthen ernannt. Hier entstehen vor allem die Instrumentalwerke. Im April des Jahres 1723 wird Bach in die Position des Thomaskantors in Leipzig gewählt und vereidigt. Auf seiner letzten Lebensstation komponiert Bach seine großen Vokalwerke, sowie zahlreiche Kantaten und Motetten. Am 1750 stirbt der großartige Musiker und Komponist in Leipzig.

Jan Paul Werge schreibt Musik für zeitgenössischen Tanz, Ballett, Schauspiel, Musiktheater, Konzert und Performances. Er steht bereits seit jungen Jahren auf der Bühne, acht Jahre als Sänger des Thomanerchores zu Leipzig. Als Komponist, Sänger und Darsteller arbeitete er bisher u. a. für das Badische Staatstheater Karlsruhe, Südthüringische Staatstheater Meiningen, das Pfalztheater Kaiserslautern und die Württembergische Landesbühne. Für eine Vielzahl an freien Tanz- und Performance-Projekten und als Teil verschiedenster Musik-Ensembles findet man ihn in München, Berlin, Saarbrücken, Köln und andernorts.