10. Philharmonisches Konzert
Döhl, Beethoven, Strauss
  • LeitungRoman Brogli-Sacher
    KlavierMatthias Kirschnereit
    ViolineLena Neudauer
    VioloncelloJulian Steckel
Halle 207
Ludwig van Beethovens "Tripelkonzert" beendet die Saison der "Flügelfeste" mit prominenten Interpreten: Matthias Kirschnereit gestaltet den Klavier-, Lena Neudauer den Violin- und Julian Steckel den Cellopart. "Grand Concerto Concertant" überschrieb Beethoven einst dieses Konzert, welches aufgrund der außergewöhnlichen Besetzung mit vier autonomen Partnern eine andere musikalische Struktur, vor allem eine kürzere motivische Verarbeitung als in einem regulären Solokonzert erforderte. Der Ton entspricht eher der gehobenen Konversation, ist spielerischer angelegt und mag teilweise an Mozarts Sprache erinnern.
Zuvor erklingt in der Halle 207 das 1984 im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks entstandene Orchesterwerk "Passion" des Lübecker Komponisten Friedhelm Döhl. Döhl möchte den Titel in seinem mehrdeutigen Sinn verstanden wissen und verweist auf den Choral "Wenn ich einmal soll scheiden" aus Bachs "Matthäus-Passion" sowie auf das Gedicht "Passion" des Mystikers Georg Trakl. Mit einem musikalischen Zitat aus Johannes Brahms‘ Symphonie Nr. 1 zeigt Döhl auch seine enge Affinität zu diesem norddeutschen Meister.
Als Konzertabschluss dirigiert Roman Brogli-Sacher Richard Strauss‘ Tondichtung "Also sprach Zarathustra" nach Friedrich Nietzsche. Strauss geht es bei dieser einzigartigen und pompösen Komposition vor allem um Zarathustra als Symbolfigur für die neu errungene Freiheit des Individuums, das geistig seiner Zeit voraus ist, und er trifft mit seiner optimistischen, euphorischen musikalischen Sprache genau die Seelenlage seiner Generation.
Friedhelm Döhl: "Passion" (1984)
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester C-Dur op. 56 "Tripelkonzert"
Richard Strauss: "Also sprach Zarathustra" Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche op. 30